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Sonntag, 23. Oktober 2011

Zurück

Gleich drei geschenkte Laufshirts waren die beste Antwort von Familie und Freunden zu meinen Gedanken wann und ob ich wieder laufen kann. Meinen Heilungsprozess schienen diese Aufmunterungen jedenfalls in höchste Gänge versetzt zu haben. Am Samstagabend  meldeten meine Beine eine starke "Laufbereitschaft" an. Doch wie bringe ich das meiner Familie bei?  Letzte Woche noch die Krücke unterm Arm, und morgen schon wieder in den Laufschuhen. Unter dem festen Versprechen, nur vorsichtig und kurz zu laufen, bekam ich letztlich doch die Absolution meiner Frau.



Natürlich war ich in grün unterwegs, schon allein wegen der Hoffnung. Zugegeben, ein bisschen Schiss hatte ich schon auf den ersten Metern. Immer wieder erwischte ich mich dabei, die Belastung auf das gesunde Bein zu verlagern. Erst nach dem zweiten Kilometer fühlte ich mich wieder einigermaßer sicher auf den Beinen. Nach knapp 8 Kilometern beendete ich diesen Sonntagslauf mit einem großen Glücksgefühl.
Das hätte ich mir vor 14 Tagen, als ich wie ein Häufchen Elend an der Prominade von Malcesine vorbeihumpelte, nicht einmal im Traum vorstellen können.
Gottsedank ist es anders gekommen.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Noch ein Zehner 2011

Es ist erstaunlich, wie schnell der Mensch, düstere Gedanken wieder aufklaren kann. Gestern noch zu Tode betrübt, heute schon wieder mit Zukunftsplänen unterwegs.
Nachdem mich mein Freund Martin heute morgen aufgeklärt hat, dass es für einen Muskelfaserriss nur wenig Mitleid unter den Mitmenschen gibt, ja nicht einmal freie Sitzplätze im Bus oder sonderliche Rücksicht beim überqueren von Straßen, habe ich beschlossen der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.
Mit einer Krücke bewaffnet, renne ich beinahe schon wieder so schnell durchs Geschäft, wie zu meinen besten Zeiten.
Anfang Dezember startet jährlich im vorderpfälzischen Rheinzaben eine Winterlaufserie, die an Beliebtheit kaum zu überbieten ist. Hier treffen sich alljährlich hunderte von Läufern aus allen Regionen Südwest- Deutschlands. An der Strecke kann es kaum liegen, dass man hier unbedingt dabei sein muß. Denn die überaus langweilig. Jedenfalls habe ich beschlossen, spätestens dort wieder auf der Straße zu stehen.
Wenn das "Mitleidsfoto" ist.

Mittwoch, 28. September 2011

Grüße vom Opa


Ich glaube es war meine Alterskollegin Madonna, die einmal gesagt hat, im Alter braucht man weder auf Sex, noch auf Essen oder gar Sport verzichten, aber alles tut ein bisschen weh dabei.
Da das Jugendschutzgesetz inzwischen auch die neuen Medien fest im Griff hat kann ich mich hier (leider) nur zum Sport äußern.
Und wie recht die „alte“ Popdiva hat, spüre ich momentan so an allen Ecken und Rundungen des Körpers.
Altwerden ist nur etwas für harte Hunde.


Ein lieber Freund, im absteigenden Alter von 50 Jahren hat mir dieser Tage ein riesiges Kompliment machen wollen. „So wie Du möchte ich im Alter auch noch aussehen“, waren seine Worte. „Wo bin ich denn schon angekommen“ schoss es mir durch den Kopf, „ dass ein 50 jähriger Schnösel mich als Altersvorbild auserkoren hat.
Na ja, es ist schon was dran, dass Knochen und Fleisch schon längst nicht mehr von den Muskeln einen Jungbullen zusammengehalten werden. Und auch der Anbau von Fett soll im zunehmendem Alter im Eiltempo dem Abbau davoneilen.
Natürlich kann man dem Allem mit fleißigem Training ein bisschen Parole bieten.
Aber auch hier setzen die vielen neuen grauen Zellen gerne einen Riegel vor. Die Altersweisheit meldet sich da gerne lautstark zu Wort und ruft dir zu. „Gemach Alter, Du hast schon genug erreicht, lass mal die Jungen machen.“
Und dann gibt es noch die tollen Schlüsselerlebnisse die das alles so herrlich untermauern. Wie zum Beispiel gestern Nachmittag.
Raùl, so hieß der etwa achtjährige Rotzer, der sich einfach nicht damit abfinden konnte, in der Schlange des Supermarktes hinter mir zu bleiben. Als ich mit allem Kampfgeist jedoch meinen Platz verteidigte, ermahnte die genervte Mutter ihren Wunderknaben mit dem schmerzenden und tiefverletzenden Satz, „Raúl, lass endlich den Opa in Ruhe.“
Würde ich irgendwo an Nord oder Ostsee leben, wäre ich wohl so weit es ging dem Horizont entgegengeschwommen. Aber wo kann man im Pfälzerwald ins Wasser gehen? Nirgends!
Hier geht man in die Berge um Zorn abzubauen und die vergrämte Seele wieder aufzurichten.

Und hier schließt sich wieder der Kreis. Meine Form und Ausdauer steigt von Tag zu Tag zusehend an, aber die Gelenke scheinen keine Lust an irgendwelchen Unterstützungsmassnahmen zu haben.
Sie signalisieren „spürbar“ dass sie wenig Lust haben meinem Tatendrang zu folgen.
Knie und Waden haben sich zu ernsthaften Sorgenkindern entwickelt die nur mit Strümpfen und Schonern einigermaßen ruhig zu halten sind.
So taktieren wieder einmal Vernunft und Risiko miteinander um die letzten Trainingseinheiten.
Im Moment schreit der Vertreter von „ein Fünfunddreißiger muss noch sein“, am Lautesten.
Die heißere Stimme des Kleinhirns „mach langsam“, geht irgendwo im Gehörgang eines unbelehrbaren Kreises dagegen unter.
Ja, Altwerden ist eben nichts für Weicheier.

Euer Opa Hans