Donnerstag, 12. Januar 2012

Urkunden haben was

Tatort, irgendwann heute mittag in meinem Geschäft. Zwei Kunden, so irgendwo im Alter zwischen Spätpupertät und Frührentnerstatus bestellen im Tonfall eines Disco Rausschmeissers zwei Konzertkarten. Aber jahrzehnte langer Umgang mit allem, was unser lieber Gott in guten und schlechten Zeiten so produziert hat, lassen meinem Adrenalinspiegel nicht mehr so schnell steigern.

So lässt mich auch der Satz des Wortführers der beiden Helden, nahezu kalt.
"Hör mal Alter, was machst Du, wenn wir die Karten jetzt einfach nehmen, und abhauen?"
"Komm ich zeige es Dir, vorausgesetzt Du kannst lesen," antworte ich, und zeige ihm flux ein paar meiner Lauf-Urkunden.
"Verdammt, Du bist ja richtig gut", höre ich ihn sichtlich beeindruckt sagen. "Außerdem habe ich hier irgendwo noch meinen schwarzen Gürtel liegen, falls Dir die Urkunden nicht reichen", schiebe ich noch trocken nach.
Wortlos öffnet der schweigsame Mitläufer der Beiden den Geldbeutel und bezahlt mit ziemlich verknitterten Scheinen die vermeindliche "Beute".  Übrigens, auf die EUR 2.40 Restgeld vezichten die Beiden großzügig. Trinkgeld für den "Großmeister".


Sonntag, 1. Januar 2012

2011 - abgebrannt und weggekehrt


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Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
Albert Einstein

2012 wird ein Supersportjahr. Die olympischen Spiele in London sowie die Fußball Europameisterschaft stehen im Sommer an. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen in London, als Zuschauer natürlich, ein oder zwei Tage dabei zu sein. Aber die Preise auf der Insel sind so hoch, dass ich wohl doch auf den Fernsehsessel umsteigen werde. Ähnlich ist es bei der Fußball EM in der Ukraine. Auch hier wird es den Fans beinahe unmöglich gemacht, ein Spiel live zu erleben, ohne ein Kandidat für die RTL Serie "Raus aus den Schulden" zu werden.

Und wie sieht es mit meinen eigenen sportlichen Ambitionen aus?  Noch in keinem Laufjahr war ich unentschlossener wie 2012. Außer zum Berliner Halbmarathon im April habe ich mich noch nirgends registrieren lassen. Ich bin hin und hergerissen ob ich das Abenteuer New York wirklich angehe oder um ein weiters Jahr verschiebe. Sicher sind jedoch ein oder zwei größere Bergläufe im Sommer.

Immer vorausgesetzt die Gesundheit macht mit. Momentan ärgern mich gleich beide Knie. Sie schreien nach Ruhe und Schonung. Da mich aber einige Kilogramm Übergewicht plagen, kann ich dieser Bitte nicht nachkommen. Bis Februar will ich wieder mein bestes Kampfgewicht von 80 kg haben. Da ich schon einige Tage alle Waagen meide, weiß ich glücklicherweise nicht, wie schwer mein Weg bis dorthin sein wird. Morgen früh wird "Inventur" gemacht.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Stresstest

Samstag 16.00 Uhr. Ich stehe im Wald. Ganz allein. Keine gehetzten Frauen, pöbelnde Rentner, quengelnde Kinder oder unter Lasten  zusammenbrechende Männer sind zu sehen. Es ist kalt und unfreundlich hier im Wald, aber es ist 100% stressfrei. Wobei ich mit den Modeworten "Stress und
Burn-out" persönlich nicht viel anfangen kann. Heute sind viele Menschen vom Wohlstand so verwöhnt, das sie bei den geringsten Belastungen schon total überfordert werden.
Letzte Woche hat der Focus sehr verkaufsfördernd einen "persönlichen Burn out Test" seinen Lesern angeboten. Mannoman, ich habe sogar Fehler einbauen müssen, um überhaupt in die Wertung zu kommen. Wie krank muß eine Gesellschaft sein, die sich per Fragebogen einer psychologischen Untersuchung unterziehen muß.  Der "Weihnachtsstress" ist übrigens ähnlich wie der "Urlaubsstress" äußertst familienschädlich. Die meisten Scheidungen und Familiendramen haben "Freudenfeste" als Auslöser.


Oh, weh wie komme ich jetzt wieder in den Wald zurück?
Ganz einfach. Auch kalte Luft ist gesund und fördert die Duchblutung des Gehirns. Nirgendwo anders wie beim laufen oder wandern sind die Gedanken so vogelfrei. Nahezu alle wichtigen Dinge, die ich in den letzten 10 Jahren ausgeklügelt habe, entstanden irgendwo hier im Wald. Und hätte ich nicht schon soviel Eigengewicht mit mir rumzuschleppen, wäre ich immer mit Notizblock unterwegs.

Samstag, 10. Dezember 2011

Weihnachtszeit

Wie schnell doch eine Stunde, ein Tag oder eine Woche vergeht. Nahezu alle meine Laufpläne für diese Woche sind unerfüllt geblieben. Weihnachtszeit heißt in meiner Branche weitgehender Verzicht auf Freizeit. Und wenn ich mich nicht sonderlich bei meiner Arbeit ärgern muß, kann ich sogar ganz gut mit diesem Zustand leben.
Manchesmal juckt es mich aber, spät Abends doch noch ein paar Runden zu laufen. Hierbei kann man Dinge entdecken, die der Tag dem Betrachter verbirgt.
Hier ein paar Blicke auf  meine nächtlichen Erleuchtungen.

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Das Leben ist schön

Sonntag, 27. November 2011

Nachts im Dorf


Nun ist er doch noch gekommen, der häßliche Novemberabend. Wie eine Glocke liegt die
brennholzgeschwängerte Luft über unserem Dorf. Kalter Wind und Nieselregen haben die Straßen von Menschen leergefegt. Nur wer muß, ist draußen, und ich. Ich muß nicht, ich will.

Es ist im Moment zum Lotteriespiel geworden, die richtige Bekleidung zu finden. Mal ist man zu dünn bekleidet, mal schwitzt mal erbärmlich vor sich hin. Heute jedoch stimmt die Mischung. Da ich in einem bucklichen Dorf wohne, habe ich schon nach wenigen Metern die Betriebstemperatur erreicht. Der Kuchen des Mittags drückt beim ersten Anstieg meine gute Laune. Doch in der  Dunkelheit der Nacht fallen meine Luftschnapper niemanden auf.     

Man sollte es kaum glauben. Selbst in einem kleinen Ort kann man über 8 Kilometer laufen ohne einmal die gleiche Strecke zu benutzen. Das Licht meiner Strirnlampe führt mich in die hintersten und dunkelsten Winkel meines Dorfes. Von früheren Läufen kenne ich noch alle Bewegungsmelder und teste sie nach und nach auf ihre Tauglichkeit aus. So bringe ich auch manchen "faulen Sack" aus Neugierde noch auf die Straße.
Völlig unerwartet werde ich am Ortausgang von einem sehr unfreundichem Vierbeiner aus meinen vorweihnachtlichen Träumem gerissen. Obwohl ich mitten an einem Anstieg bin werden meine Beine fit und schnell. Ein paar Häuser weiter erspähe ich den Abspann der "Lindenstraße" durch das Fenster eines hellerleuchtendes Wohnzimmers. Die Vorfreude, dass auch auf mich zuhause ein mollig warmes Plätzchen wartet, treibt mich nun endgültig den Berg hinunter. Da meine Uhr aber noch keine acht Kilometer anzeigt,  entscheide ich auf den letzten Metern schnell noch einmal um. Ein kleiner Berg muss noch herhalten um mein Soll zu erfüllen. Nach 8.5 Kilometern stehe ich endlich wieder vor der Haustüre. Der ruhige Teil des Abends kann beginnen.

Sonntag, 20. November 2011

Hoch hinaus

Klettertag im Pfälzerwald
Wer jetzt die Gelegenheit zum laufen nicht nutzt, dem ist nicht mehr zu helfen. Mitten im November zeigt das Thermometer immer noch  Temperaturen von über 10°. 
Den einzigen Fehler den man jetzt noch machen machen kann, ist sich zu warm anzuziehen. Dabei ist das bisschen frieren am Anfang viel leichter zu ertragen, wie das große Schwitzen später beim ersten Anstieg.
Gestern lief alles nahezu perfekt.
18 Kilometer mit vielen Höhenmetern und steilen Anstiegen waren ein schöner Sonntagsspaziergang.
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Sonntag, 13. November 2011

Tag und Nacht

Ein Blick auf die Auswertungen von Magic Map belegen es eindrucksvoll. Keine Ecke der Region kann sicher sein, von mir nicht irgendwann  heimgesuchst zu werden. Zwischen Dahn und Zweibrücken gibt es kaum noch weiße Flecken auf der Karte wo ich noch nicht war.
Glücklicherweise fröhne ich diesem "Hobby" nicht alleine. Denn oft sind wir auf unseren Erkundungen zu zweit oder zu dritt unterweg. Wie auf dem untersten Foto zu sehen an diesem  Wochenende mit Pia und Martin.


 
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Meine "Lauf-Nachtschichen" werde ich in diesem Winter nur noch nach 18:00 Uhr beginnen
Der versuchte Raubüberfall auf unser Geschäft im letzten Dezember ist doch etwas tiefer unter die Haut gegangen, wie ich gedacht hatte. Sobald es abends dunkel wird, kehrt große Unruhe bei uns ein. Aus diesem Grunde werde ich erst nach Ladenschluss laufen gehen.

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So wie es aussieht, sind alle Verletzungen ausgeheilt. Ich arbeite zwar an neuen Ausredegründen um mir die schlimmsten Winterläufe zu ersparen, aber ansonsten fühle ich mich wieder topfit und angriffsbereit für neue Abenteuer.
Den Berlin Halbmarathon im Frühjahr habe ich bereits gebucht, bei der Planung für Sommer und Herbst bin ich aber hin und hergerissen. Viele Berichte vom diesjährigen New York Marathon haben mich neugierig gemacht. Sehr neugierig. Da auch das ok. von meiner Rennleitung schon vorhanden ist, kann ich mir gut vorstellen im November 2012 im Big Aple zu stehen.

Hier noch ein letztes Problem. Wie soll ich bei diesen Angeboten je zur Idealfigur kommen?