Samstag, 14. März 2015

Michael ruht im Krankenhaus



Die Ruhe ist gespenstisch. Nur ein unrhythmischer Schnarchton aus dem Nachbarbett sorgt ab und zu für ein wenig Abwechslung.
Das "amtliche" Wiegen das eben anstand, hat mir die Lust versaut, meine Riesengebäckpackung, die mir ein Freund mitgebracht hat, zu öffnen. Drei Kg über Kampfgewicht und keine Bewegung.

Heimlich schleiche ich mich auf den großen Flur. Hier draußen spüre ich ein wenig den Hauch von Freiheit. In einer Sitzgruppe verharren Menschen die Zeitschriften in der Hand halten, die sie sonst wahrscheinlich nie lesen würden.
Ein kleiner, älterer Mann im Schlafanzug  hängt mit der Nase an der vom Nebel angefeuchteten Scheibe. Sein Blick erinnert mich an eine Gegebenheit in Ostberlin zu alten DDR Zeiten.
Dort hatte ich mal einen kleinen Jungen beobachtet der sehnsüchtig und ungeduldig auf die Oma mit dem Paket aus dem Westen wartete. Ein Bild, das vor mir auch 25 Jahre nach dem Mauerfall immer wieder auftaucht.

Morgenmuffel haben schlechte Karten. Marlis, die hübsche Krankenschwester ließt wie vom Fließband den Speiseplan für den nächsten Tag vor. Kein gemütliches Häkchenmachen auf einem Zettel, nein, auch im Krankenhaus hat Hightech die Regie übernommen.
Die Auswahl ist groß aber nur gutes zuhören führt zum Lieblingsmenü am nächsten Tag. Wer jedoch bei der falschen Brotsorte "ja" gerufen hat, wird am nächsten Morgen dafür gnadenlos abgestraft. Umtausch ist ausgeschlossen.
Das war nicht immer so. Früher gab es zwar auch schon Wahlmöglichkeiten. Diese bestanden aber nur zwischen essen oder stehen lassen. Ja, das war die gute alte Zeit.

Ein Krankenhausaufenthalt ist für viele ein wenig wie Silvester. Nicht dass große Feierfreude aufkommt, aber die Ernüchterung des Zwangsstops lässt viel Zeit über Versäumtes und vor allem über die Zukunft und neue, gute Vorsätze nachdenken.
Und es sind dabei nicht unbedingt die Weicheier , nein es sind oft die harten Knochen die hier einknicken.
Einzig bei den Rauchern scheint die Einsicht noch weit hinterm Horizont entfernt zu sein. Denn ihre Beschwerden haben ja nur ganz selten mit Ihrer Nikotinsucht zu tun. Trotzdem sind sie sehr beliebt. Denn Sie sind meistens die Ersten die wieder auf den Beinen sind. Die Raucherecke vor der Eingangstür ruft laut und beharrlich nach ihnen.

Beim Bewegungsmangel hingehen kommt bei manchen Betroffenen reinste Euphorie auf. Die Planungen für das Leben nach dem Krankenhaus liegen abrufbereit bereits in Kopf und Schublade. Die Frage ob sie zuhause jemals wirklich umgesetzt werden, bleibt aber unbeantwortet.

Am Bemerkenswertesten fand ich jedoch den Spruch eines 86 jährigen, sehr weisen Mannes. "wenn ich hier jemals heil rauskomme, kremple ich mein Leben noch einmal total um."
Und ich glaube es ihm wirklich, dass er es will und auch umsetzen wird.
 
Wer schon einmal einen Armeisenhaufen genau betrachtet hat denkt als erstes: was für ein Chaos.  Doch dem ist bei Weitem nicht so. Was für das menschliche Auge nicht sichtbar wird, ist ein Systembauwerk der Extraklasse. Ähnlich scheint es im Krankenhaus zu laufen.
Erst nach einigen Tagen genauen Betrachtens entschlüssle ich ein bisschen die Abläufe. Betten und Rollstühle mit Kranken, Lieferanten, Entsorger und Handwerker kämpfen um die wenigen Plätze in den Lastenaufzügen. Das gleiche Bild wiederholt sich in den Gängen und Fluren. Überall Stau und Gegenverkehr. Aber es funktioniert trotzdem.
Nicht viel anders geht es den nicht bettlegerischen Patienten. Ihre Mitstreiter um einen Liftstehplatz sind Besucher, Ärzte, Krankenschwestern, Paketdienstler und viele weitere wichtige Menschen die das System Krankenhaus zusammenhalten.
Imposant auch die Gänge vor den Röntgen und Behandlungszimmern. Wie an einer Kette aufgereiht stehen unzählige Betten mit Patienten. Rechts die Menschen die noch auf ein positives Untersuchungsergebnis hoffen, in die andere Richtung parken die, die die Untersuchungen bereits hinter sich haben. Ihre Gesichter verraten, dass Freud und Leid oft nah bei einander liegen. 


Zufall oder Folgen eines radikalen Bettenabbaus. Säle im Krankenhaus scheinen wieder „In“ zu sein. Was der Unterhaltung vielleicht dienlich ist, muss der Gesundung des Patienten aber nicht unbedingt förderlich sein. Aber wenn die menschliche Mischung stimmt, dann sind auch vier oder fünf Personen in einem Raum noch recht erträglich.
Zwischen Stammtischatmosphäre und himmlischer Ruhe wird so ziemlich alles geboten. Drollig wird es zur Sandmännchenzeit. Mit immer kleiner werdenden Augen werden die Bettkarten gelöst.
Gestandene Männer richten sich zur besten Fernsehzeit auf die Nacht ein. Kaum ist der Mond richtig aufgegangen, geht das letzte Licht aus.
Aber so richtig ruhig wird es Nachts trotzdem nicht. Egal was auch auf der Speisekarte stand, irgendwie verursacht alles Blähungen. Und so entwickeln sich oft bemerkenswerte Konzerte zwischen „Blähern“ auf der einen Seite und heftigen Schnarchern auf der anderen Seite.

Gestört werden diese Darbietungen mitunter nur von der scheinbar nicht gerade kunstverständigen Nachtschwester. Man munkelt, dass sie über einen übermenschlich guten Geruchsinn verfügt, mit dem sie jeden Übeltäter direkt überführen könne. Ich habe mich vorsorglich besser gleich mal weggeduckt.  

Michael schläft inzwischen wieder im eigenen Bett.

Und er hat festgestellt, dass viele  negativen Geschichten die über Krankenhäuser erzählt werden, eigentlich so nicht stimmen. Wie auch draußen in der Welt der Gesunden, gibt es außer schwarz und weiß noch viele, viele Zwischentöne. Und wer das Leben ganz positiv sieht, erkennt darin sogar noch viele farbige Tupfer.

Gehört, gesehen und geträumt im Februar 2015 

Dienstag, 13. Januar 2015

Reise zum New York Marathon 2015


                                    Reise zum New York Marathon 2015

„Einmal in New York laufen“, steht in nahezu allen Wunschlisten der Marathonis ganz oben. Für über 45.000 Läuferinnen und Läufer wird dieser Traum auch 2015 wieder wahr werden. 5 Brücken, tiefe Häuserschluchten und eine grandioser Skyline liegen auf dem Wege hin zum Ziel des Ganzen, der „Grünen Lunge“ Manhattans, dem Central Park.

Dort werden alle gefeiert, die ganz Schnellen wie auch die etwas müderen Krieger, die erst nach sechs oder sieben Stunden die Ziellinie überlaufen. Seit 1976 wurde die Strecke auf alle 5 New Yorker Stadtteile Staten Island, Brooklyn, Queens, Bronx und Manhattan ausgedehnt und findet jedes Jahr am 1. Sonntag im November statt. Bei keinem Lauf der Welt werden die Teilnehmer von mehr Eindrücken, Geräuschen, Bildern, Gerüchen und Gefühlen überwältigt wie in New York. Keine Sportveranstaltung der Welt ist lebendiger .
Fliegen Sie mit DERTOUR & marathon66.de zum TCS New York City Marathon® 2015

http://www.marathon66.de/119.html



Donnerstag, 1. Januar 2015

Silvesterlauf Trier 2014 - Bildernachlese


































Ein sehr stimmungsvoller Lauf zum Jahresende - Profesionell gemacht - 
da sollte jeder Läufer einmal dabei gewesen sein.

Samstag, 20. Dezember 2014

Auf ein neues 2015

Liebe Marathonfreunde

Bei meinem letzten Marathonlauf habe ich mir vorgenommen nie mehr zu sagen „Das war dein letzter Marathon“, denn diese Sprüche haben meistens nur kurze Haltbarkeit.
Nun ist einige Zeit vergangen und ich spüre wieder das Feuer der Vorfreude in Herz und Beinen. So wird geplant, verworfen und wieder geplant. Und was wird herauskommen?  Ich weiß es noch nicht. Aber ich werde es mit Freude tun.

Wir würden uns freuen Sie 2015 irgendwo auf der Welt mit unseren Angeboten begleiten zu dürfen.
Laufen Sie ebenfalls mit Freude und bleiben Sie gesund.
In diesen Sinne wünschen wir Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Lauf im Jahr 2015

Ihr Hans Pertsch

http://www.marathon66.de/239.html





Dienstag, 2. Dezember 2014

Berlin Marathon 2015




             42.BMW Berlin Marathon 27.September 2015

Berlin dürfte der einzige Lauf der Welt sein, der so geballt die Orte der deutschen und der Weltgeschichte zeigt. Die Siegessäule, der Reichstag, der neue Bundestag und die Gedächtniskirche gehören ebenso dazu wie der Kurfürstendamm der neue Potsdamer Platz und das berühmte Schöneberger Rathaus.
Die Straße „Unter den Linden“ und das Brandenburger Tor sind das Ende des 42195m dauernden Ausflugsprogramms.

Wie der Läufer es am Ende fühlt, ist eine andere Welt. Viele jubeln, obwohl es ihnen eigentlich nicht mehr zum Lachen ist. Aber getragen von der Euphorie hunderttausender jubelnder Zuschauer sind die Schmerzen auf ein Minimus zusammen geschrumpft.

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte man nachgesagt, dass er einmal faszienierend die Läuferschar von seinem Büro im Bundeskanzleramt nachgeschaut hat. Ob Angela Merkel am 27.September 2015 am Fenster stehen wird, ist leider noch nicht bekannt, aber nichts ist unmöglich.

Auch wissen wir nicht ob die 2:02:57 Stunden bis dort hin immer noch der aktuelle Weltrekord sind, aber gehen Sie davon aus, dass auf dem schnellen Berliner Pflaster die Zeit des Vorjahressieger Dennis Kimetto wieder angegriffen wird.

Berlin ist eine weltoffene Stadt. Die Deutsche Hauptstadt steht regelmäßig 24 Stunden am Tag unter Dampf. In vielen Ländern der Welt  gilt Berlin die erste Adresse für Städtereisen. Diese Beliebtheit spiegelt sich auch in den Statistiken des Marathonveranstalter wieder.  Läuferinnen und Läufer aus 130 Nationen waren beim Marathonlauf  2014 auf den Berliner Straßen unterwegs.

Für die einen ein Ärgernis, für andere eine Stunde der Freude. Wir sprechen von der Vergabepolitik der Startnummern. Seit einigen Jahren meldet der Berlin Marathon immer ein sehr schnelles "Ausverkauft" der 40.000 Startplätze. Aber egal ob "first come" oder Verlosung, wenn die Nachfrage größer als das Angebot ist, wird es immer Glückliche oder Unglückliche geben. Wie bei allen anderen großen Läufen stellen die Marathonverantalter kleine Zusatzkontingente Reiseveranstaltern zur Bildung von Komplettangeboten zur Verfügung.

So können wir Ihnen auch für 2015 eine Auswahl dieser Reisen anbieten.
Jede dieser Reisen ist ein wenig anders aufgebaut und individuell ausbaubar. Auf Grund großer Nachfrage sind kurzfristige Hotel oder Preisänderungen möglich.

Wir versuchen immer aktuell zu sein, was aber in der Schnelligkeit und  Hektik von Laufveranstaltungen nicht immer möglich ist.


http://www.marathon66.de/222.html 


Sonntag, 30. November 2014

Himmelsleiterlauf Heidelberg 2014


So, das war der letzte Spasslauf, zumindest im November.
Wieder einmal hat mich die ( berühmte, gefürchtete) Himmelsleiter in Heidelberg angelockt.
Knapp ein Kilometer mit etwa 1200 Natursteinstufen sind auch bei einen Spasslauf eine Herausforderung für Puste und Gelenke. Für die Seele und für perfekte Fotos hat ein wenig die Sonne gefehlt aber ansonsten war Heidelberg wieder eine Reise wert.
Und der anschließende Besuch auf dem Heidelberger Weihnachtsmarkt hat meine Meinung weiter verstärkt. Diese Stadt ist einzigartig und liebenswert. So wäre es nicht verwunderlich 2015 das eine oder andere Mal wieder hier anzutreten.
Übrigens: Auch dieses Jahr war der Himmelsleiterlauf wieder ein Spendenlauf.
Gesammelt wurde für einen Rennrolli für die kleine Julia. Sie hat im Sommer an unserem Rollikids-Camp teilgenommen. Isabelle Helme und Andreas Wolf, Individuelle Finanzberatung und Exective Private Finance, unterstützten wieder den Lauf und spendeten 10 Euro für jeden Läufer, der oben ankommt - egal in welcher Zeit. Klar dass auch die Läufer sich nicht lumpen ließen und ihrerseits ebenfalls kräftig spendeten.
















Samstag, 22. November 2014

Die Seele baumeln lassen



Glaubt man den Worten der großen Meister, werden die Marathonkönige der Frühjahrs im Winter gemacht.
Ein paar Wochen nur nach Lust und Laune, und ohne Vorgaben zu laufen, gehört zu diesem Plan. 
Der Körper und die Seele dankt es im Frühjahr mit guten Zeiten. Hoffentlich.