
Ich möchte es mal vorsichtig ausdrücken. Wer 70 Kilometer pro Strecke mit dem Auto fährt um 6 km zu laufen, muss schon ein wenig verrückt sein. Oder es handelt sich um eine Strecke die etwas besonders bietet. Wie etwa die Straße von Maikammer auf den
Kalmit. Der Kalmit ist mit seinen 673 Metern der höchste Berg des Pfälzerwaldes. Einmalig in der Pfalz ist dort der Einsatz eines
Stoppomaten. Man stempelt beim Start in Maikammer und bei Ankunft auf dem Kalmit eine Teilnahmekarte ab, die die Lauf oder Radfahrzeit registriert. Im Internet können

die Zeiten aller Teilnehmer später nachgelesen werden.
„Bub, bei dem Wedder wilscht do hochlafe“ rief mir ein besorgter Dorfbewohner zu und fügte noch hinzu, „kumm liewer roi, un dring e Schoppe Schorle mit,“
Übersetzt: Junger Mann bei diesem Wetter läuft man keinen Berg hoch, sondern trinkt lieber eine Schorle.
„Wie recht er hat“ denke ich, aber ich bin jetzt nicht mehr aufzuhalten. Wenigstens nicht von ihm. Der größte Teil der Strecke lag voll in der Sonne. Gnadenlos machte mir die Sonne klar wer der

Herr der Straße ist. Immer wieder musste ich Gehpausen einlegen. Nach ca. 43 Minuten hatte ich die 414 Höhenmeter geschafft. Ich war so kaputt, dass ich zunächst meine „Stechkarte“ nicht mehr fand. Nach längerem Suchen fand ich sie völlig durchnässt in meinem Laufshirt festgeklebt.
Im Moment bekomme ich Herzflattern wenn ich an die 1800 Höhenmeter beim Liechtenstein-Marathon denke.