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Montag, 2. Dezember 2013

Nur aufwärts

Ein Treppenjahr, in dem es für mich beinahe nur aufwärts ging, geht dem Ende entgegen.
Ich habe alle Treppen  lieben gelernt aber nicht  den Respekt vor Ihnen verloren. Sei es die "kleine Neuffer-Übungstreppe" in Pirmasens, oder die "knochenharte Himmelsleiter" in Heidelberg, oder gar die "Monstertreppe" beim Großglocknerberglauf, mit allen verbinden mich unvergessliche Momente.

Auch 2014 werden neue Ziele wieder nach mir rufen. Ganz laut und deutlich höre ich schon Stimmen
aus den Dolomiten rufen. Ich werde Ihnen wohl nur schwerlich widerstehen können. Nur Treppen scheint es auf dem Weg nach oben dort nirgendwo zu geben. Aber auch normale Aufstiege führen letztendlich zum Gipfel.

Nicht vergessen habe ich auch mein Ziel den Pfälzerwald Halbmarathon noch einmal unter zwei Stunden zu laufen. Obwohl ich diesen Entschluß in "einer Stunde der Unzurechnugsfähigkeit" gefällt habe, freue ich mich auf diese Herausforderung ganz besonders.

Und noch eine Herausforderung habe ich angenommen. Meine kleine Tochter will 2014 Ihren ersten Marathon laufen. Gewählt hat sie den auch nicht gerade flachen Weinstraßenmarathon. Klar, dass ich alles tun werde, damit die Familien Rangliste bleibt wie sie schon immer war. Es kann nur einen Champion zuhause geben.

Auch eine Lehrstunde am Berchtesgadener Hausberg "Jenner" habe ich in diesem Jahr erleben dürfen. Im erlauchten Kreis bayerischer Bergläufer reichte mein Schwung zwar noch bis zum Gipfel aber nur zu einer ehrenwerten Zeit und einem letzten Platz.

Und noch etwas muß ich in aller Demut sagen.
"Danke" an meine Frau, meine Familie, meine Freunde und vor allem an meine grandiosen Knie, die mich trotz Schmerzen immer weiter nach vorne und vor allem, auch nach oben getragen haben.
All das ist nicht selbstverständlich, aber es ist eine tolle Grundlage um weiter in der Spur zu bleiben.

Euer Hans 
1200 Stufen Himmelsleiter in Heidelberg- früh aufstehen und tierisch kalt
beim Spendenlauf für Lea´s Rennrollstuhl

Läufe 2013

Rennsteig Marathon 43,5 Kilometer, ein Hauch von Ultra
Heidelberg Trail Marathon  1500 Höhenmeter mit 600 tollen Stufen

Pirmasens Halbmarathon  Heimstecke, immer ein Erlebnis
Heidelberg Halbmarathon Anstiege mit Pfiff

Jenner Berglauf  1200 Höhenmeter auf 8,4 Kilometer, brutal steil
Großglockner Berglauf  1500 Höhenmeter auf 12,7 Kilometer, traumhaft




Dienstag, 5. November 2013

Ab auf´s Gnadenregal


Manches Mal habe ich Dich achtlos in die Ecke geschmissen einander Mal habe ich Dich liebevoll gestreichelt.
Oft warst Du bis zum Rand mit Regenwasser gefüllt oder vom Dreck farblich völlig neutralisiert.
Du kanntest den Eisregen der Zugspitze genauso wie den Sonnenschein des Matterhorn.
In meiner Verzweiflung beim Großglockneranstieg hast Du ebenso zu mir gehalten wie bei meinen Freudensprüngen auf den letzten Metern des Jungfrau Marathons.
Der Zahn der Zeit hat uns in den vielen gemeinsamen Bergjahren ganz schön zerklüftet. Nun hängen die Fetzen ab und Boden und Füße waren noch nie so nah zusammen wie heute. Die Gebrauchspuren an uns Beiden zeigen unübersehbar das nahe Ende an.
„Dich geliebten Schuh“, muss ich wohl austauschen, wenn ich nur will. Meine eigenen, morschen Stellen werde ich wohl noch einmal flicken lassen.
Du jedenfalls, bekommst ein Gnadenplatz auf meinem Schuhregal. Den Schönsten und Sonnigsten den ich finde. Notfalls nagle ich Dich fest, wenn die Ungläubigen wieder einmal Sperrmüllattacken gegen Dich starten sollten.
Und vielleicht hole ich Dich an einem schönen, sonnigen Sonntagmorgen wieder einmal aus dem Regal und wir gehen ein bisschen miteinander spazieren. Versprochen ist versprochen.

Ruhe Dich aus, Du hast es verdient
und Danke für alles.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Bilder vom Großglockner Berglauf 2013


Alles Gute wünscht Ex Bergweltmeister Jonathan Wyatt



 Noch einmal die Waden kneten


Beim Trachten & Dirndllauf gabs noch mal was fürs Herz


Die Kleinen werden am Schluß die Größten sein


Die Favoritinnen


Die Anfeuerung kommt vom Dach


Alles startklar


Das Flachstück geht zu Ende, die automatische Bremse zieht an


Die ersten 400 Höhenmeter warten


Gleich wird es alpiner


ganz gemeiner Anstieg, aber es sind ja "nur noch" 7 Kilometer


Die Baumgrenze ist erreicht, und es wird immer steiler


ein Berg ohne Ende


Blick auf den ersten See

Es geht etwas abwärts


Die Wege werden ruppiger


es geht runter zum Seeufer


die Kulisse wird immer bizzarer

jeder sucht sich seinen eigenen Weg


nun wird es laut


nichts für schwache Nerven


Die Bergwacht hält Ausschau nach Gestrandeten


Die letzte Verpflegungsstelle mitten in der Wüste


noch 800 weite und hohe Meter


immer weiter aufwärts


Ich bin völlig luftlos


Ein Traumblick nach unten, aber ich will nur noch hoch


Die Menschen im Zielbereich kommen näher


"wenn ich oben bin, laufe ich eine Woche keine Treppe mehr"


Unglaublich, die letzten 100 Meter spurte ich ins Ziel


Lauffreund Thomas Christian hat lange auf mich warten müssen


Keiner hat es mehr eilig, die Sonne ist für alle da.


Danke an meine Frau Gabi, ohne sie wären diese schweren aber herrlichen Stunden nicht möglich.


Danke Heiligenblut für schöne Tage und diese Tapferkeitsmedalle


Danke an Alle für die vielen Kommentare, Glückwünsche und Daumendrücken,
egal ob persönlich, per Mail, im Facebook oder einfach  ein österreicher "passt".


Montag, 22. Juli 2013

Passt - Großglockner Berglauf 2013



„Passt“, Das meistgesprochene Wort in Österreich, passt auch für meinen Berglauf am Großglockner. Er war steiler, heißer und anspruchsvoller als alle meine bisherigen Bergläufe, aber ich bin oben angekommen. Es hat gepasst!

„Gell, der Wettergott ist Kärntner“,  ruft mir ein Einheimischer zu, als ich bereits morgens um 7:00 Uhr vor dem Hotel den Blick in die Berge schweifen lasse. Ich habe die letzte Nacht schlecht geschlafen. Die vielen Geschichten und Lifeberichte vom „Mythos“ Großglocknerberglauf haben mich aufgewühlt.
Obwohl ich eigentlich gut trainiert bin und schon einige große Bergläufe hinter mir habe, sind die Gefühle heute ein bisschen anders. Die Stimmung zwischen Freude und Bedenken ändert sich von Minute zu Minute.
Mein gequältes Lächeln teile ich mit etwa tausend anderen Läuferinnen und Läufer. Der kleine Ort Heiligenblut unterhalb des Großglockners schafft es tatsächlich wieder einmal eine vierstellige Zahl von Bergläufern aus vielen Nationen in den Ort zu locken, Übrigens, um dieses Großereignis zu stemmen, sind mehr als 25% der hiesigen Bevölkerung ehrenamtlich an der Organisation beteiligt.
Heute wird ein extrem heißer Tag. Zur Startzeit um 10:00 Uhr sind die Schattenplätze im Startbereich bereits Mangelware. Das Thermometer zeigt  jetzt  schon 25° an. Später werden es im Tal 30° sein, im Zielbereich auf 2300 Metern etwa 10° weniger.
Im 3.Starterfeld habe ich noch etwas Galgenfrist. Weil die Wege teilweise sehr eng sind startet man im 10 minütigem Abstand.
Der erste Kilometer ist das einzige richtige Flachstück auf den kommenden 13 Kilometern.

Aber das "Geschenk" der flachen Strecke wird nicht genossen. Obwohl ich mich unter den „Langsamen“ befinde, wird gerannt als gebe es kein morgen mehr. Der Spurt findet aber ein schnelles Ende. Der erste Anstieg mit über 400 Höhenmeter treibt den Schweiß anständig aus den Poren. Da wir die Baumgrenze noch nicht erreicht haben, wird jeder Meter Schatten ausgenutzt. Hinter der erste Verpflegungsstation geht es leicht bergab. „so schlimm war`s ja gar nicht“, denke ich in Unkenntnis des nahenden zweiten Anstieges. Hier geht es auf ca. 1,5 Kilometer 300 Höhenmeter hoch. Ich muss die ersten Gehpausen einlegen. Das Wort „laufen“ ist in meinen Vorstellungen für diese Streckenabschnitte einfach unvorstellbar.
Die Ersten, die jetzt schon knapp vor de Ziel sind, können darüber wahrscheinlich nur lächeln.
Als „Selbstverpfleger“ nutze ich an der 2.Verpflegungsstelle die Gunst der Stunde zum vorübergehenden Überholen einer ganzen Schar von dort verweilenden Läufern. „wieder ein bisschen Abstand nach hinten gewonnen“, freue ich mich diebisch.
Obwohl jetzt ein paar flachere Anstiege kommen ist an ein flüssiges Laufen nicht mehr zu denken. Der Boden lässt keine koordinierten Schritte mehr zu. Ich bin heute auch viel ängstlicher und vorsichtiger als sonst. Manche Schritte plane ich, bevor ich sie gehe. Und das nicht ohne Grund. Vor genau 20 Jahren flog ich mit einem gebrochen Fuß schon einmal mit dem Hubschrauber vom Großglockner via Krankenhaus ins Tal. Ereignisse die prägen und nicht so leicht abzuschütteln sind.
Inzwischen liegen alle Schattenspender hinter uns. Gnadenlos brennt die Sonne vom Himmel und zehrt spürend an meiner Kraft. Dafür ist der Ausblick traumhaft. Vor uns der Gletscher des Großglockners, unter uns der türkisfarben schimmernde Stausee und unendlich weit über uns, das Ziel „die Kaiser Franz Josef Hütte“.

Die letzten Kilometer vor dem Endanstieg erfordern läuferische Höchstleistungen. Vorbei am tosenden Wasserfall geht es über eine Hängebrücke nur noch auf teils abschüssigen Felsen dem letzten Servicepunkt entgegen. Wer hier zu spät ankommt, wird aus dem Rennen genommen. Mit einer halben Stunde Reserve liege ich noch gut in der Zeit.
Aber es ist ruhig geworden um mich. Den „Mädels vom Service“ rufe ich bereits von weitem zu „wartet Ihr alle auf mich?“ Von allen Seiten werde ich mit Wasser, Obst und Schwämmen versorgt. Aber vor allem die lieben und netten Anfeuerungen gehen mir unter die Haut.

Beim weiterlaufen spricht mich ein älterer Einheimischer an. „Wie alt  bist Du?“ „60 Jahre“ antworte ich keuchend. „Respekt, wenn ich da meine Ochsen hochtreiben würde, bekäme ich eine Anzeige wegen Tierquälerei “, ruft er mir hinterher. Gut das der nette Mann mich nicht ein paar hundert Meter weiter oben gesehen hat. Die 900 Meter lange Himmelsleiter wird zur echten Qual für mich.
350 Holz und Steinstufen mit 250 Höhenmetern bei immer dünner werdende Luft setzen  mir enorm zu. Ich werde zum Pausenkönig. Zum ersten Mal schauen mir die Ärzte der Bergwacht etwas tiefer in die Augen. Aber ich lächle freundlich zurück und werde als „tauglich“ durch gewunken. Der endlos lange letzte Anstieg hat meine Zeitvorstellung völlig durcheinander gebracht. Aber mir ist die Laufzeit von 3:25 Std. heute völlig egal.
Hier oben auf der Franz Josef Hütte eine Medaille um den Hals gehängt zu bekommen, ist eine besondere Auszeichnung, bekomme ich am Abend dutzendfach zu hören. Ich glaube es nicht nur den Leuten, ich bin davon überzeugt, dass sie recht haben.

                        Weitere Bilder kommen morgen

Montag, 3. Juni 2013

Nach dem Lauf, ist vor dem Lauf


Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. 
Der Rennsteig war lang, der Großglocknerberglauf dagegen, ist kurz aber dafür knackig.
Am 21.Juli ist es soweit. 13 Km und knapp 1500 HM
http://www.youtube.com/watch?v=vcK9HCa8Jjg